Im März/April 2007 war in einigen Drittländern Heimtierfutter aufgrund einer Kontamination von aus China importierten pflanzlichen Eiweißkonzentraten (Reis-, Weizen- und Maisprotein), die in der Heimtierfutterproduktion verwendet wurden, zurückgerufen worden. Vermutlich durch verbotene Praktiken bestimmter chinesischer Lieferanten, die dem im Heimtierfutter verwendeten pflanzlichen Eiweißkonzentraten Melamin zugefügt hatten, waren Vergiftungserscheinungen bei Heimtieren aufgetreten.
Die europäische Heimtierfutterindustrie bedauert diesen außerordentlichen Vorfall und möchte den Heimtierhaltern ebenso wie den Behörden versichern, dass diese Risikowarnung ausschließlich Heimtierfutterprodukte in Drittländern betrifft, in denen diese pflanzliche Eiweißkonzentrate aus China verwendet wurden. Die betroffenen Heimtierfutterprodukte sind nicht auf den europäischen Markt gelangt. Die zuständigen Behörden vor Ort und die betroffenen Firmen haben alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen.
FEDIAF hat alle Heimtierfutterhersteller aufgerufen, eine Risikoeinschätzung aller ihrer direkten und indirekten Lieferanten von pflanzlichen Eiweißkonzentraten aus Drittländern vorzunehmen und umgehend geeignete Maßnahmen als Teil ihres Risikomanagementsystems einzuleiten:
--> Analyse aller Importe von pflanzlichen Eiweißkonzentraten aus Drittländern auf Melaminkontamination
--> Verwendung derartiger Rohstoffe nur, wenn deren Sicherheit analytisch bestätigt wurde (positive Freigabe)
--> Bei jeglichem Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des Lieferanten, Kauf bei alternativen vertrauenswürdigen Quellen.
An dieser Stelle sei versichert, dass pflanzliche Eiweißkonzentrate allgemein sicher und qualitativ hochwertig ist: Sie werden hergestellt, indem ein Großteil des Kohlehydrat-, Öl- und Faseranteils entfernt wird, der in Cerealien wie Reis, Mais oder Soja enthalten ist, um so 80-90 % des Proteins zu gewinnen. Pflanzliche Eiweißkonzentrate, wie Weizengluten, werden seit Jahrhunderten in Produkten für die menschlichen Ernährung - hauptsächlich in Brot, in der vegetarischen Küche oder in asiatischen Gerichten - als hochwertige und gut verdauliche Proteine und wegen ihrer positiven Auswirkungen auf die Konsistenz des Nahrungsmittels verwendet. Wie bei Nahrungsmitteln für den menschlichen Verzehr werden pflanzliche Eiweißkonzentrate auch in Heimtiernahrung wegen dieser Eigenschaften verwendet, um sichere, nahrhafte und schmackhafte Produkte für Heimtiere herzustellen.
Gestützt auf die Meinung einiger Sachverständigen, darunter:
- Dr M. DIEZ, DMV, Diplomat des Europäischen Kollegs für Vergleichende Tiernahrung, Fachbereich der Heimtiernahrung
- Pr C. Clercx, DVM, Diplomat des Europäischen Kollegs für Innere Medizin von Kleinen Tieren, Abteilung der Inneren Medizin von Heimtieren
- Dr D. Peeters, DMV, Diplomat des Europäischen Kollegs für Innere Medizin von Kleinen Tieren, Abteilung der Inneren Medizin von Heimtieren
- Pr M. Balligand, DMV, Diplomat des Europäischen Kollegs für Tierarzneikunde, Abteilung Tierarznei von Heimtieren
Der Standpunkt ist ebenfalls gestützt auf die neuliche Wissenschaftsforschung die ausgeführt worden ist unter Mitarbeit von Universitäten auf der ganzen Welt, darunter:
- Kraft geriatrics, European J Medical research 1998, 3, 31, 41
Gestützt auf ihre Meinungen, dürfen wir sachgemäß zum folgenden Schluß kommen:
- Eine Forschung die an einem gewissen Zeitpunkt auf Hundenkadaver ausgeführt worden ist, genehmigt keineswegs zu einem Schluß, so wie er von Herrn Tierarzt Dr.Gérard Lippert geäußert wurde. Damit eine Forschung bezüglich der Lebensdauer von Hunden völlig verläßlich wäre, sollte sie in zwei Stufen ausgeführt werden, mit einem Zwischenraum von 10 bis 15 Jahren und bei einer Population die von der Statistik her bezeichnend ist.
- In der Forschung von Herrn Dr. Gérard Lippert werden die Hunderassen, die den Beobachtungen unterlagen, nicht erwähnt. Es läßt sich wissenschaftlich beweisen, dass die Lebensdauer von Hunden sich natürlicherweise ändert im Zusammenhang mit und bezüglich der Größe und der Rasse. So hat insbesondere ein kleiner Hund eine längere Lebensdauer als ein großer Hund.
Andererseits führt die heutige Kenntnis im Bereich der Physiologie, der Anatomie und der Nahrungsbedürfnisse des Hundes zu den folgenden Feststellungen:
- Da die Diät des Hundes (halbfleischfressend) anders ist als beim (alles fressenden) Mensch, ist es utopisch davon auszugehen, dass der Hund genau wie der Mensch gefüttert werden soll.
- Da die physiologische Unterschiede im Verdauungskanal beim Hund uns feststellen lässt, dass seine Darmflora nur leicht differenziert ist und dass die Veränderungen die dem Hund in seiner Diät häufig auferlegt werden zu schweren Darmbeschwerden, wie Durchfall, führen können.
- Um den Nahrungsbedürfnissen der Hunde am besten entsprechen zu können, ist es Grundvoraussetzung, die Zufuhr an Nährstoffen (Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitamine und Mineralien) genau zu berechnen, damit man seinem Hund die Sicherheit für eine vollständige und ausgeglichene Nahrung geben könnte, mit Rücksichtnahme auf sein Alter (Wachstum, erwachsen, Reife), seine Größe, seine Tätigkeit (Hilfeleistung, Gesellschaft, Spielkamerad...), seinen physiologischen Status (Trächtigkeit, Säugen...).
Wir müssen feststellen, dass die Heimtiernahrung die uns heutzutage von der Industrie angeboten wird, diesen Voraussetzungen, die von der Physiologie des Hundes auferlegt werden, genau und völlig entspricht.
Da die Anfertigungsbedingungen strengen Regeln hinsichtlich der Hygiene, der Qualität der Rohstoffe und des Ursprungsnachweises vorlegen, sind verschiedene Hersteller von Heimtiernahrung heutzutage in der Lage, die organoleptische Höchstqualität ihrer verschiedenen Produkte zu gewährleisten.
Brüssel, den 23. August 2006